Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Wolfenbüttel
Freitag, 05.05.2006
Veranstaltung: Führung durch die Ausstellung „Europas Weltbild in alten Karten – Globalisierung im Zeitalter der Entdeckungen“
Spiegel des Universums
135.000 Bücher in einem Haus, so viel gab es noch nie. Die Bibliothek in Wolfenbüttel galt im 17. Jahrhundert als achtes Weltwunder. Es war die bei weitem umfangreichste Sammlung dieser Epoche, derer sich als Bibliothekar Gottfried Wilhelm Leibniz annahm. Für ihn bildete der Berg von Büchern den Spiegel des gelehrten Universums. Auch Gotthold Ephraim Lessing hütete den Schatz in Wolfenbüttel. Er schrieb hier „Nathan der Weise“ und „Emilia Galotti“. Heute erschließen und bewahren Bibliothekare die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften und Drucke und machen sie nutzbar. Denn Forscher aus aller Welt kommen nach Wolfenbüttel, um sich in den Bestand zu vertiefen. Die „Bibliotheca Augusta“ öffnet in wechselnden Ausstellungen die Tür zu den Sammlungen. Eine von vielen Sensationen für Buchkenner: In der öffentlich zugänglichen Tresorkammer der Bibliothek liegt das aufwändig gestaltete Evangeliar von Heinrich dem Löwen aus dem Jahr 1188, eines der teuersten Bücher der Welt.
Mit dem digitalen Wiedergabeformat MP3 revolutionierte das Fraunhofer-Institut in Erlangen in den 90er-Jahren die Musikwelt. 2004 setzte der Berliner Forscher Tilman Liebchen die Erfolgsstory mit dem ALS-Verfahren zum Speichern von Digitalmusik fort.
Das Auto
Carl Benz gründete 1883 in Mannheim eine Werkstatt für Motorenbau: die Firma Benz & Cie., Rheinische Gasmotoren- fabrik. Sie wurde Geburtsstätte des ersten Autos mit Benzin- motor.
Die Aspirintablette
Felix Hoffmann suchte 1897 bei der Firma Bayer in Leverkusen nach einem Rheumamittel für seinen Vater. Dabei entdeckte er einen Weg, Acetylsalicyl- säure synthetisch herzustellen: Als Aspirin wurde das Mittel weltweit bekannt.
Alnylam
Heilung, bevor die Krankheit ausbricht – dieses Ziel hat sich die Alnylam Europe AG gesetzt: Mit ihrer Besonderen Anwendung der RNA-Interferenz arbeitet sie an der Entwicklung völlig neuartiger Medikamente, die selektiv jene Proteine hemmen, die die entsprechende Krankheit auslösen.
Gerhard Kamil
Gerhard Kamil hat ein Stammwürz- granulat entwickelt, mit dem man 100% alkoholfreies Bier produzieren kann. Das kompakte Granulat ist lange haltbar, leicht zu transportieren und lässt sich von Getränkebetrieben vor Ort auch ohne Brauereikenntnisse weiterverarbeiten.
Der Buchdruck
Johannes Gutenberg gilt als Erfinder des neuzeitlichen Buchdrucks. Die von ihm verwendeten beweglichen Metall-Lettern leiteten ab 1450 das moderne Informations- zeitalter ein.
Der Computer
In der Wohnung seiner Eltern konstruierte Konrad Zuse 1938 den ersten frei programmier- baren Rechner der Welt „Z 1“. Der Nachfolger „Z3“ gilt heute als erster voll funktionsfähiger Computer.
Die Magnetbahn
Hermann Kemper aus Nortrup reichte 1934 das Patent für einen Zug ein, „der an eisernen Fahrschienen mittels magne- tischer Felder schwebend entlang geführt wird“: Die Erfindung der Magnetschwebe- bahn.
Terra Elast
Mit dem wasser- durchlässigen Straßenbelag, den die bayerische Firma Terra Elast AG vor kurzem entwickelt hat, gehört Aquaplanning der Vergangen-heit an. Der neuartige Bodenbelag besteht zu 40% aus Luftkammern und führt das Regenwasser in das Erdreich ab.
Die Autotram®
Die Wissenschaft-ler vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktur-system (IVI) entwickelten die Autotram®, eine Kombination aus Bus und Straßenbahn. Als Antrieb dienen eine Brennstoffzelle und ein Schwungspeicher. So kann auf Oberleitungen verzichtet werden. Ein optisches Leitsys-tem ersetzt die Schienen-systeme.
Fliegender Sendemast
Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist es gelungen: Riesige Datenmen-gen wurden mit bis zu 1,25 Gigabit pro Sekunde bei einem Test von einem "fliegenden Sendemast" aus der Stratos-phäre per Laser auf die Erde gesendet. Mit seiner Arbeit unterstützt das DLR das EU-Forschungsprojekt "Capanina", mit dem eine neue Ära der mobilen Breitbandkommuni-kation eingeleitet werden soll.
Handy Beamer
Forscher am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena haben ein besonderes LED-Beleuchtungsmodul entwickelt, mit dem zukünftige Videobeamer nur noch die Größe eines Handys haben könnten. Bildqualität und Größe des projizierten Bildes soll der von Flachbildschirmen entsprechen.
Das Gummibärchen
1922 rührte Hans Riegel in Bonn erstmals Gelatine, Zitronensäure, Geschmacks- und Farbstoffe zusammen und goss die Masse in Bärenform. Heute produziert seine Firma Haribo täglich 80 Millionen „Goldbären“.
Der Dübel
Artur Fischer revolutionierte die Arbeit für Profi- und Heimhand- werker. Weltbekannt ist sein grauer Spreizdübel aus Kunststoff, den es seit 1958 in unzähligen Variationen gibt.
Die Videotechnik
Eduard Schüller erfand 1953 das so genannte Schrägspurverfahren zur Aufzeichnung von Fernseh- bildern. Diese Methode war die Grundlage für die Aufnahme- technik aller Videorekorder.
Die Currywurst
1949 verkaufte Herta Heuwer erstmals Bratwurst mit einer Soße aus Tomatenmark, Currypulver und weiteren Zutaten. 1959 ließ sich die Berlinerin ihre Erfindung als „Currywurst“ patentieren.
Das Recycling
Mit dem Dualen System revolutionierte die Deutsche Wirtschaft das Recycling. Seit 1990 werden Verpackungen systematisch zur Herstellung neuer Produkte genutzt. Inzwischen gibt es den Grünen Punkt in 26 weiteren Ländern.
Das Neopor
1952 entwickelte die BASF Styropor – jahrzehntelang das Synonym für erfolgreiche Gebäude- dämmung. Seit 1998 gibt es die Weiterentwicklung Neopor, die bessere Dämmleistung bei geringerem Materialeinsatz ermöglicht. Neopor ist auch der Werkstoff für die Skulpturen des „Walk of Ideas“.
Ein riesiger aufblasbarer Fernsehwürfel, erfunden vom Deutschen Günter Ganzevoort, zeigt auf einer Bildfläche von vier mal drei Metern bis zu 3000 Zuschauern auch am Tag ein klares Bild. Zu einem Bruchteil der Kosten vergleichbarer LED-Bildwände, ist diese Innovation für alle Open-Air-Events entwickelt worden.
Lightronic
So heißt das vollautomatische Steuerungssystem der Raumbeleuch-tung, mit dem der 19-jährige Christoph Budelmann den ersten Preis beim "Jugend forscht" - Wettbewerb 2005 gewann. Der innovative Systemaufbau erlaubt die vollautomatische tageslicht- und präsenzabhängige Regelung sämtlicher Beleuch-tungseinheiten eines Raumes.
Das Farbfernsehen
Mit seiner Erfindung brachte Walter Bruch Farbe in deutsche Wohnzim- mer. Der Ingenieur entwickelte das PAL-Farbfernsehsystem, das 1967 in Deutschland eingeführt wurde und heute das am meist verbreitete System in der Welt ist.
Das ABS
Dass Bremsen nicht mehr blockieren, ist ein Verdienst von Bosch. In den 70er-Jahren führte das Unternehmen das Anti-Blockier-System ein. 1995 folgte gemeinsam mit Mercedes das Elektronische Stabiltitätsprogramm (ESP). Damit werden Fahrfehler automatisch korrigiert.
Der Airbag
Bereits 1952 meldete Walter Linderer seine Idee zum Patent an, Autofahrer mit einem Luftkissen vor Unfällen zu schützen. Premiere hatte der Airbag allerdings erst 30 Jahre später – in einem Mercedes.
Die Funkuhr
Die Firma Junghans stellte 1986 die erste Funkuhr der Welt her, die sich automatisch auf die Braunschweiger Atomuhr einstellt. 1990 folgt die weltweit erste funkgesteuerte Armbanduhr.
Die Marskamera
Den Mars in 3D zeigt eine hoch- auflösende Kamera, die unter Leitung von Berliner Forschern für das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt wurde. Die Stereokamera HRSC liefert erstmals dreidimensionale Bilder eines anderen Planeten in Farbe und hoher räumlicher Auflösung.