Der moderne Buchdruck
Mit dieser Erfindung ging das Wissen in Serie. Gutenbergs Idee war genial einfach: haltbare Gussformen, mit denen sich wieder verwendbare Buchstabentypen produzieren lassen. Für seine Erfindung musste er seinerzeit mächtige Schulden im Wert von vier Häusern aufnehmen. Nach rund drei Jahren hatte Gutenberg den ersten „Bestseller“ der Geschichte gedruckt: die Bibel.

Bücherstapel auf dem Bebelplatz
Nach der Einführung des modernen Buchdrucks veränderte sich seine Technik 400 Jahre lang kaum. Erst dann kamen Schnellpressen und Digitaldruck in Gang. Auch dabei ist Deutschland heute noch Spitze: Weltweit führende Druckmaschinenhersteller kommen aus Deutschland, die Lithographie und der heute gebräuchliche Offsetdruck wurden hier entwickelt.
Die Verbreitung des gedruckten Wortes beschleunigte Reformation und Aufklärung und unterstützte die Alphabetisierung. Dichter und Denker nutzten die neue Technik und ließen die deutsche Buchlandschaft erblühen. Heute bringen rund 1.800 Verlage jährlich fast 80.000 Titel auf den Markt. Auf der größten Buchmesse der Welt in Frankfurt besuchen Aussteller aus über 100 Ländern.
Den großen Wert, den das gedruckte Wort für die Menschheit hat, bildet beim „Walk of Ideas“ ein riesiger Bücherstapel ab. Auf den 17 silbernen Bücherrücken finden sich weltbekannte Namen: Goethe und Schiller, Grass und Mann, Luther und Marx, Brecht und die Gebrüder Grimm. Mit über zwölf Metern Höhe ist die Skulptur die höchste des „Walk of Ideas“. 35 Tonnen Material verleihen dem Kunstwerk im wahrsten Sinne des Wortes Gewicht. Mit dem Bebelplatz direkt gegenüber der Humboldt-Universität, auf dem im Jahre 1933 Nationalsozialisten moderne und kritische Bücher verbrannten, erhielt die Skulptur einen historisch bedeutsamen Platz.

© Scholz & Friends Identify
Der Walk of Ideas
„Der moderne Buchdruck“ ist eine von sechs Skulpturen, die zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 den „Walk of Ideas“ bildeten - ein Spaziergang entlang innovativer Ideen aus Deutschland. Die einzelnen Erfindungen stehen für die Kreativität und den Einfallsreichtum von Komponisten und Literaten, Wissenschaftlern und Forschern, Ingenieuren und Tüftlern. Auch in den Monumentalplastiken selbst stecken Ideen aus Deutschland: Sie sind aus dem innovativen Kunststoff Neopor® von BASF hergestellt und mit einem neuartigen Speziallack beschichtet, den BASF Coatings entwickelt hat.